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direkte Demokratie

 
     

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Allgemeinwissen


Eine Einführung zum Thema direkte Demokratie findet man beim umstrittenen Artikel von Wikipedia, der Bildungszentrale. Die Frankfurter Bibliothek beantwortet das Thema noch knapper. Der Bundestag beschreibt direkte Demokratie als das Gegenteil von sich selbst. Sehr ausführliche pdf-Dokumente findet man hingegen bei mehr Demokratie. Ein Lexikon zum Thema Demokratie wurde in Zürich zusammengestellt.

Demokratie (griechisch δημοκρατία)

  • bezeichnete ursprünglich direkte Volksherrschaft.
  • wird aber regelmäßig als allgemeiner Sammelbegriff für Regierungsformen gebraucht, deren Herrschaftsgrundlage sich nur indirekt aus dem Volk ableitet (real existierende Demokratie).
  • Vorraussetzungen, nach französischem Vorbild:
    • Freiheit (Liberté; wie Persönlichkeitsentfaltung)
    • Gleichheit (Egalité; wie Chancengleichheit und Gerechtigkeit)
    • Brüderlichkeit (Fraternité; wie Gemeinwohlorientierung und Solidarität)
  • braucht freien Zugang zu Informationen
  • Gewaltenteilung (z.B. zwischen Parlament und Regierung und Justiz- und Innenministerium, der EU)
  • altert, d.h. ihre urprünglichen Ziele werden mit der Zeit, zugunsten sich verfestigender Machtstrukturen abgewandelt oder aufgegeben.

Man kann, unter zahlreichen Begrifflichkeiten, 2 konkurrierende Herrschaftsprinzipien erkennen:
  • Viele Glaubensgemeinschaften legen das Prinzip des Zentralismus zugrunde. Macht wird hier einem oder mehreren gottgesandten Vertreter(n) auf Erden verliehen, dann an Staaten, Organisationen und letztlich den Menschen verteilt. Die unteren Ebenen haben niedere Arbeit zu verrichten, um den Eliten den Kopf für die wichtigen Dinge freizuhalten. Einfache Planung wird mit Unflexibilität erkauft. Auch der globalisierte Kapitalismus handelt nach diesem Prinzip und vernachlässigt außerdem die soziale Verantwortung.
  • Beim Föderalismus stellt das Individuum, als seine kleinste Einheit, die höchste Ebene dar. Der Mensch hat das Recht zu bestimmen, ob, wie, wielange, wem und wofür er seine Macht delegieren möchte.
  • In Deutschland wurde das Prinzip der Gewaltenteilung, mittels vertikaler und horizontaler Verflechtungen, durch Parteikratie ersetzt.

Direkte Demokratie kann man als freien überfamilären Zusammenschluß von Bürgern, die dem Allgemeinwohl, ohne Herrschaftselite, dienen wollen und Konsenz anstreben, verstehen. Sie ist, ohne Hierarchie, nicht nur in der hohen Politik, sondern auch in entsprechend organisierten Kooperativen, Genossenschaften, Vereinen und freien Vereinigungen zu finden. Direkte Demokratie kann in seinen, von außen gesetzten Grenzen, sogar Fehlentwicklungen von Machtzentrierung ausgleichen.

    Um einen einfachen Vergleich heranzuziehen, kann man die Entwicklung der Gesellschaft mit der eines heranwachsenden Kindes vergleichen, welches
  1. ein funktionierendes Elternpaar hat - Monarchie
  2. sich das geschiedene Elternteil aussuchen kann - parlamentarische Demokratie
  3. seine Eltern in Frage stellt und schließlich seine eigenen Entscheidungen trifft - direkte Demokratie
Die Begriffe Volksabstimmung, Volksentscheid und Referendum werden gerne gleichwertig benutzt.
Obligatorisches Referendum (Plebiszit) wird häufig zum Machterhalt mißbraucht und hat deshalb einen schalen Beigeschmack, es sei denn, eine Abstimmung ist durch die Verfassung zwingend vorgeschrieben.
Fakultatives Referendum ist meistens über Vorstufen (Initiative => Begehren => Volksentscheid) zu erreichen. Mit dem Initiativrecht können Bürger nicht nur auf vorhandene oder anstehende Gesetze reagieren, sondern eigene Ideen umsetzen.
Mit dem Begriff Volksabstimmung ist, ganz unspezifisch, ein Referendum, ein Volksentscheid, ein Bürgerentscheid oder eine andere Form der Mitsprache gemeint.
Hier ein Überblick:

Begriffe von oben eingeleitet von unten initiiert Entscheidung ist bindend(b),
=> nächste Stufe
Volksbefragung, Umfrage
x
 
vollkommen unverbindlich
Petition  
x
Bundestag beschäftigt sich mit dem Thema
Bürgerantrag  
x
Gemeinderat beschäftigt sich mit dem Thema
Bürgerbegehren  
x
=> Bürgerentscheid in der Gemeinde
Bürgerentscheid  
x
b
Referendum
obligatorisch
fakultativ
b
Volksinitiative  
x
=> Volksbegehren
Volksbegehren  
x
=> Volksentscheid
Volksentscheid  
x
b

Wichtig ist im Sprachgebrauch die Trennung der Begriffe Abstimmung und Wahl, da ganz unterschiedlich Systeme dahinterstecken.

Insgesamt 84 % der Befragten waren im Jahr 2004 für bundesweite Volksabstimmungen. Das war kein Einzelfall. Diese Zahl ist seit vielen Jahren relativ stabil und wird von den "Repräsentanten" ignoriert.
Laut ARD-Umfrage 2010 über ein Entweder/Oder entscheiden sich zwar 76 % für bundesweite Volksabstimmungen, aber nur 21% meinen, dass politische Entscheidungen weiterhin von den gewählten Abgeordneten getroffen werden sollten.


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