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Systemkritik
Starre Delegation von Macht ist der Nährboden für
Korruption.
Korruption wird in Deutschland Interessenvertretung genannt. Zwar verrät ein Zauberer nie seine Tricks, jedoch lassen sich aus den Zuflüssen zusätzlicher Einkommen oft die Beweggründe für Entscheidungen
rückschließen.
Aber auch ohne Nebentätigkeiten bleibt die Aufgaben des
Bundes,
die Wirtschaft zu vertreten.
Fast alle Politiker üben neben ihrem Mandat noch Tätigkeiten in der Wirtschaft aus.
Einige Beispiele ...
... Rainer Funke von der FDP. Er ist Beiratsmitglied der Deutsche Bahn AG, Vertrauensmann der Landesbausparkasse Hamburg und Bundestagsabgeordneter ...
... Franz Obermeier (CSU), Geschäftsführer der Gesellschaft für Entsorgung in Oberbayern mbH, Mitglied des Kuratoriums Duales System Deutschland AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Sören Bartol (SPD), Aufsichtsratmitglied der INOSOFT AG (IT-Consulting und Software) und Bundestagabgeordneter ...
... Hildegard Müller (CDU), Abteilungsdirektorin der Dresdner Bank, Beiratsmitglied der Barmenia Versicherungen und Bundestagsabgeordnete ...
... Prof. Dr. Rolf Bietmann (CDU), Aufsichtsratvorsitzender der GEW RheinEnergie AG und Abgeordneter im Bundestag ...
... Cornelia Pieper (FDP), Mitglied des Aufsichtsrates der Nürnberger Versicherungsgruppe, FDP-Generalsekretärin und Bundestagsabgeordnete ...
... Ottmar Schreiner (SPD), Mitglied des Aufsichtsrates BBJ Consult AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Dieter Thomae (FDP), Mitglied des Aufsichtsrates der Curanum AG Seniorenresidenzen und Pflegeeinrichtungen und Mitglied des Bundestages ...
... Hans-Josef Fell (Grüne), Geschäftsführer der Hammelburger Solarstromgesellschaft und Mitglied des Beirates der VentureInvest AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Eberhard Gienger (CDU), Geschäftsführer der Dropit GmbH & Co KG, Mitglied des Aufsichtsrates der Vitalance Kosmetik AG, Mitglied des Aufsichtsrates der Volksbank Tübingen und Bundestagsabgeordneter ...
... Rainer Fornahl (SPD), Mitglied des Aufsichtsrates der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH und Bundestagsabgeordneter ...
Wolfgang Gerhardt (FDP), Beiratsmitglied der Alten Leipziger Lebensversicherungs AG, Beiratsmitglied der Halleschen-Nationalen Krankenversicherungs AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Jochen Borchert (CDU), Aufsichtsratmitglied bzw. -vorsitzender bei sieben verschiedenen Unternehmen ... und Bundestagsabgeordneter ...
... Dagmar Wöhrl (CSU), Aufsichtsratsmitglied der Nürnberger Lebensversicherung AG, Mitglied des Beirates Tetris Grundbesitz GmbH & Co. KG und Bundestagsabgeordnete ...
... Christian Freiherr von Stetten (CDU), Geschäftsführer von sieben GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Schloß Stetten Betreuungs AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Kurt Bodewig (SPD), Ex-Bundesminister, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Duisport-Duisburger Hafen AG, Vorsitzender des Beirates der INEA Solutions GmbH und Bundestagsabgeordneter ...
... Jürgen Trittin (Grüne), Bundesumweltminister, Mitglied des Aufsichtsrates Deutsche Energie-Agentur GmbH und Bundestagsabgeordneter ...
... Friedrich Merz (CDU), Chef Konzernbeirat AXA, Beiratsmitglied von Commerzbank, Möller & Förster KG, Odewald & Compagnie GmbH, Aufsichtsratsmitglied Rockwool GmbH und Bundestagsabgeordneter ...
... Hans-Günter Bruckmann (SPD), Mitglied des Beirates der Sparda-Bank Essen, Aufsichtsratsmitglied Wohnbau e. G. - Wohnungsbaugesellschaft Essen und Bundestagsabgeordneter ...
... Gesine Multhaupt (SPD), Vorsitzende des Aufsichtsrates der Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg und Bundestagsabgeordnete ...
Hans-Jürgen Uhl (SPD), Angestellter und Betriebsratsmitglied bei VW, Aufsichtsratsmitglied der BKB AG Entsorgung, Energie und Bundestagsabgeordneter ...
... Wilfried Schreck (SPD), Aufsichtsratmitglied der Vattenfall Europe AG und Bundestagsabgeordneter ...
.. Andreas Storm (CDU), Beiratsmitglied der Allianz Lebensversicherungs AG, Beiratsmitglied der Barmenia Versicherungs-AG, Vertrauensmann der Allianz Dresdner Bauspar AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Ulrike Flach (FDP), war Übersetzerin bei Siemens, nun ruht das Arbeitsverhältnis(60.000 Euro) und sie ist , nachdem sie ihre Ämter als Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag und als stellvertretende FDP-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen niederlegte, jetzt "nur noch" Abgeordnete ...
... Joachim Pfeiffer (CDU), Mitglied des Aufsichtsrates der INITIUM AG, Mitglied des Aufsichtsrates Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH und Bundestagsabgeordneter ...
... Rainer Eppelmann (CDU), Generalbevollmächtigter der Euro Capital Consulting GmbH und Bundestagsabgeordneter ...
... Peter Danckert (SPD), Mitglied des Aufsichtsrates der Marseille-Kliniken AG und Bundestagsabgeordneter ...
... Dr. Heinz Riesenhuber (CDU), Beiratsmitglied der Frankfurter Versicherungs AG, Beiratsmitglied bei KarstadtQuelle, Aufsichtsrat bei Vodafone GmbH u.v.m und Bundestagsabgeordneter ...
... Rudolf Kraus (CSU), Aufsichtsratschef GOJ Immobilienhandel AG, IBEKA Immobilien Beteiligung AG, KNOTHE Immobilienhandel AG, LENZ Immobilienhandel AG, PIERENZ Immobilienhandel AG und Abgeordneter ...
... Laurenz Meyer (CDU), Zahlungen des Stromkonzerns RWE führten zu seinem Sturz als Generalsekretär, nach wie vor ist er Abgeordneter des Bundestags ...
... Egon Jüttner (CDU), Mitglied des Aufsichtsrates der MVV Energie AG, Mitglied des Aufsichtsrates der MVV GmbH und Bundestagsabgeordneter ...
... Matthias Wissmann (CDU), Beiratsmitglied bei Energie Baden-Württemberg AG, Beiratsmitglied bei Rolls-Royce Plc. und Bundestagsabgeordneter...
...
Elmar Brok (CDU), EU-Spitzenparlamentarier und Bertelsmannjobber (nicht 1 Euro) ...
... Hans-Hermann Wendhausen (SPD), Abgeordneter im niedersächsischen Landtag, einst erhielt er zwei Gehälter, eines vom Staat und eines von VW ...
Er soll 422.954 Euro an das Land Niedersachsen zurückzahlen (28.4.05).
... wie auch Ingolf Viereck, niedersächsischer SPD-Landtagsabgeordneter. Er bekam 3000 Euro monatlich von VW plus Dienstwagen ...
Er soll 343.519 Euro an das Land Niedersachsen zurückzahlen (28.4.05).
Quelle:
n-tv
(04/05)
Sigmar
Gabriels VW-Beratervertrag hat kein juristisches Nachspiel.
Einfacher wär es, Abgeordnete
ohne-
(2005-2007)
74 MdBs (12,1 Prozent) - Nebentätigkeit zu finden.
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... Es gibt eben viel zu tun und Zeit gibts anscheinend auch reichlich (bei
2007
durchschnittlich
4 Nebentätigkeiten
- manche gar als Vollzeitjob - pro Abgeordneten (oder sollte man sagen Unterhändler der Wirtschaft). Es haben
2010
111
Abgeordnete mind. 1 Nebenjob über je 7000,-/Monat. Die Alten kriegen mehr
als die Jungen, die Rechten mehr als die Linken.
Mit 46 Nebentätikkeiten hatte
2008
der Berliner Finanzsenator
Sarrazin
den Vogel abgeschossen, wurde aber in einem Kopf-an-Kopf-Rennen
2009
von Rentenminister a.D.
Riester
überholt.
Westerwelle
ist mit seinen Rednerhonoraren bei Banken und seiner engen
Familienbande
aufgefallen.
Rüttgers
Club läßt sich gleich Gespräche bezahlen.
Und
Steinbrück
hat 50 mal anderswo zu tun - für Geld.
Aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten bringen mitunter wertvolle Kontakte, Informationen und Einfluß
Merkel-Vertrauter
Norbert Röttgen
wäre
2009,
auf Druck der Wirtschaft, man glaubt es kaum, gegangen. Er zog die politische Karriere dem BDI-Chef vor. Kann man Otto Schily wegen seines OTTO-Katalog's noch zürnen, all sein Streben
ein Akt der Nächstenliebe (zu sich selbst) ist? Nachdem die PDS sattelfest geworden ist, erliegt auch sie den Versuchungen der Wirtschaft. Das ist ganz normal.
Angela Merkel hat einen ganz besonderen
Lebenslauf,
incl.
Berater,
und
Ziele
der sich nicht auf den schnöden
Mammon
reduziert.
Interessant ist auch ein
Foto,
welches ihre Stasitätigkeit als
IM Erika
beweisen könnte und ihr
Westbesuch
1986.
Die Veröffentlichung ihrer Stasi-Unterelagen ist von öffentlichem Interesse. Bei solch wichtigem Amt möchte man sicher sein.
Im
Juli 2005
ging das
Gesetz
zur Veröffentlichung der Nebeneinkünfte durch den Bundesrat. Der neue Bundestagspräsident Lammert hat einen Weg gefunden, das Gesetz zu verhindern: er
wartet
ab. Die
Versicherungsindustrie
mit freiwillig registrierten Interessenvertretern aufgebaut. Statistiken und Analysen hierzu will sie weiter verheimlichen.
Die EU hat inzwischen auch eine
Datenbank
mit freiwillig registrierten Interessenvertretern aufgebaut. Nützliche
links
hierzu sind seit Jahren in Vorbereitung.
In Berlin haben wir ca.
4500
Lobbyisten aus 2100 Verbände und Organisationen.
Anderswo (wie in
Schweden
oder
Italien)
gibt es gar keine Nebeneinkünfte oder wenigstens weniger Filz und volle
Transparenz
(wie das ansatzweise bei
They Rule
versucht wird) oder
Anklagen
wegen Bestechlichkeit,
Geldwäsche,
Wirtschaftskriminalität und Verschwörung. Was nicht Preis gegeben wird kann der Erpressung dienen. Aber
Kauder
meint ganz offen, nicht nur der Parlamentarier, sondern der ganze Parlamentarismus lebt von den Kontakten mit Lobbyisten und Interessenverbänden. Volkes Auftrag und Abgeordnetenbezüge sind eher unerheblich.
Der Nachweis "illegaler" Einflußnahme umgehen Politiker, indem die sie erst nach dem
Ausscheiden
aus ihren Ämtern auf der Gehaltsliste der unterstützten Firmen auftauchen.
Der UN-
Anti-Korruptionsvertrag
wurde unterschrieben, kann aber nicht ratifiziert werden. Die aktuelle Gesetzeslage sieht monentan
so
aus, dass fast alles
erlaubt
ist:
Die gegenwärtige Gesetzeslage erlaubt, nach einer Abstimmung im Plenum einem Bundestagsabgeordneten ein finanzielles Dankeschön zuzuleiten, solange dies vorher nicht verabredet war.
Das kritisiert inzwischen auch die Staatengruppe gegen Korruption
Greco.
Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit eine ganze
Behörde
mittels
Sponsoring
milde zu stimmen oder
Scheinbeamte
in den Ministerien zu platzieren.
Den
Worst Lobby Award
2010
verdienten sich RWE, Goldman Sachs und die ISDA. Auf das EU-Parlament kommen derzeit 3 Lobbyisten auf jeden Entscheidungsträger.
Seine Geschwister, die 6
BigBrotherAwards
2010
bekamen
2011
u.A. der Volkszählungszensus, der Zoll, die Modemarke Peuterey(mit RFID), Daimler.
Hier gibts weitere Infos zu den
Einkommen
der Politiker. Was kann man
tun?
- Die Gehälter erhöhen, um mit den Bestechern aus der Wirtschaft mitzuhalten (ob das wohl funktioniert und sinnvoll ist),
- volle Transparenz (wie das Geheimhaltungsverbot der schwedischen Einkommenssteuer, die
Verflechtungsanalyse
der norwegischen Politiker) oder
- ein Verbot der Nebeneinnahmen (mit drastischen Strafen, da Bertrug am Wähler und der Gesellschaft) einführen?
-
Den
Staatsanwalt
wegen
Amtsmißbrauch
tätig werden lassen!
-
auf freiwilligen
Verzicht
von Nebeneinkommen und Gehalt hoffen.
Mittlerweile gibt es ja eine Liste, sowohl der
Lobbyisten
als auch der
Abgeordneten.
Demnächst
2011
soll es nach 1.000,- €/Jahr 10.000,- €/Jahr Untergrenze zur Veröffentlichung, sowie nach der 3-stufigen, eine 7-stufige
Veröffenlichungspflicht
bis über 150.000,- €/Jahr geben. Nebenjobs bis 9.999,- € brauchen nicht mehr angegeben werden.
Für die 2. Führungsriege(Bundesminister, Staatsminister oder Parlamentarische Staatssekretäre) gelten diese Regeln nicht. Kanzler und Minister dürfen(während dieser Tätigkeit) keine Nebenjobs gegen Geld ausüben.
Bei
Bedarf
müssen nur eben Heerscharen von Lobbyisten ein bißchen Druck ausüben. Oder es klappt mit ein wenig Geduld und Geld das nächste Mal. Reicht die Einflußnahme immer noch nicht, wünscht man sich ein
Industriekabinett
herbei.
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