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Systemkritik
Sprache
Mit entsprechender Wortwahl entstehen verschiedene Bilder und Verknüpfungen im Kopf.
Bsp. besteht
Volksabstimmung
aus den Wortteilen Volk und Abstimmung.
Das Volk ist die Masse, welche dumm ist und von Demagogen, als Benutzer dieses Wortes, geknetet wird wie Teig vom Bäcker.
Abtimmung ist eine Momentaufnahme einer Befindlichkeit.
Man kann sich also vorstellen welchem Milieu das Wort Volksabstimmung entsprungen ist und wer es gerne für sich in Anspruch nimmt - Manipulatoren, Populisten - jedenfalls keine Demokraten. Deutlicher wird die negative Wertung mit dem Wort "Plebeszit".
Bürgerentscheid
hingegen identifiziert einerseits Individuen, sowie deren Macht etwas zu entscheiden. Dem Bürger (als Staatsbürger) werden (vernünftige) Entscheidungen zugetraut. Die Aufklärung läßt grüßen.
Das Wort
Bürgerbeteiligung
ist insofern problematisch, dass die Bürger die Chefs
sind
und als solche nicht beteiligt werden müssen, sondern sagen wo es lang geht.
Natürlich haben Worte eine Eigendynamik und werden schließlich gesetzlich manifestiert. So werden aus ehemals "sicheren" Reaktoren "robuste", Arbeitslose werden dekadent. Auch andere Oxymora, wie Minuswachstum, Regelausnahme, etc. werden gerne zur Vernebelung genutzt.
Doch sollte man sich bei ihrer Benutzung der
Wirkung
bewußt sein.
Antagonistische vorurteilsfähige
Sprachpaare
sind z.B.
Pragmatiker
und
Fundamentalisten.
Man kann auch
Wutbürger
den Egal-bürgern gegennüberstellen, oder die Verfasungsbrecher als Verfassungsschutz deklarieren.
Euphemismus,
wie Political Correctness und Politisch motivierter Tarnung,
Dysphemismus
und
Doublespeak
werden zu Lenkung öffentlicher Meinung benutzt.
Sprache wird instrumentalisiert, wie
hier
das Beispiel der
Volks-Produkte.
Herrschaftssprache wird nicht zum Verstehen, sondern zum Absondern produziert. Der Zuhörer soll, in seiner Unvollkommenheit, über die weisen Entscheidungen wissender Entscheider, vom Diskutant zum Bewunderer degradiert werden. Ist die Sprache gegenüber dem Zuhörer abgehoben, wird dem Sprecher tendenziell eher geglaubt, aber er wird
nicht verstanden.
Ist die Sprache konkret, wird der Sprecher verstanden, aber ihm wird weniger geglaubt.
Selbst wenn hochrangige Personen nicht lügen, besteht ihre Aussage oft aus einem anderem Sinnzusammenhang als dem der Zuhörer. Kritisches Zuhöhren ist, so oder so, Vorraussetzung zum Verstehen.
Für weitere Studien sei
LTI - die Sprache des 3. Reiches
empfohlen,
neusprech.org
oder eine
Wirtschafts-Neusprech-Besprechung.
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