Anfrage an die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main







     
 

Fragenverlauf:

Benutzer: Welche Formen direkter Demokratie gibt es und wo werden diese Formen angewandt?


Unter Direkte Demokratie werden politische Entscheidungsverfahren und Formen der Bürgerbeteiligung subsumiert, bei denen in der Regel ausgewählte politische Themenbereiche direkt durch Volksabstimmungen entschieden werden können (genauer wäre der Begriff "halbdirekte Demokratie", da viele Entscheide endgültig im Parlament fallen, also nicht in einer Volksabstimmung).

Im erweiterten Sinne spricht man auch im Zusammenhang mit eher administrativen Formen der Bürgerbeteiligung, wie z. b. Akteneinsichtsrechten, Auslegungsverfahren in der Bauleitplanung oder den so genannten Planungszellen von Formen direkter Bürgerbeteiligung.
In der Praxis sieht Direkte Demokratie in der Regel abgestufte Verfahrensformen über Bürger- oder Volksbegehren bis hin zum eigentlichen Volksentscheid vor. Im Gegensatz dazu meint repräsentative Demokratie eine Form der Organisation von politischen Entscheidungsfindungsverfahren, bei der jede politische Frage - mit Ausnahme der der Zusammensetzung des Parlamentes - mittelbar durch so genannte Volksvertreter getroffen wird.
Direkte Demokratie bedeutet nicht, dass die Bürger von ihren direkten Entscheidungsmöglichkeiten oft Gebrauch machen müssen, aber jederzeit können.

Die direkte Demokratie als Urform der Demokratie entstand ursprünglich nicht in Flächenstaaten sondern in kleineren Gemeinwesen, der antiken griechischen polis (Stadtstaaten wie Athen). Hier wurden Entscheidungen in Versammlungen aller Stimmberechtigten, in der Regel die männlichen Vollbürger, eine Minderheit in der Gesamtbevölkerung, getroffen.



 
     



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